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"Sexy motherfucker shaking that ass ..."
Tourstart der Dave Matthews Band in Hamburg
Mensch, da hat das ganz mehr als 15 Jahre gedauert ... "internation long term artist development" könnte man das nennen. Ich erinnere mich noch recht genau an die unverhoffte, zufällige Ehre am 10.12.1993 die DMB im New Yorker Irvin Plaza zu sehen ... nicht durch Zufall oder gerade doch? Ich wurde geschickt, um mir die DMB anzusehen. Das war noch vor der Veröffentlichung ihres ersten Major-Albums "Under The Table & Dreaming" 1994 bei der RCA (wo sie in den USA immer noch unter Vertrag stehen).
Aber ROW, insbesondere und ganz speziell Deutschland? Die DMB und Deutschland? Das ging gar nicht.
Keiner konnte sich mit der Band anfreunden ... auf der Medienseite? "Total Radio-untauglich", "unsexy für's TV", "nicht MTV oder VIVA II (wer erinnert sich?) und schon gar nicht VIVA kompatible" ... gefrickel, gejamme, eben "music pure". Hier und da, sehr vereinzelte, erwähnende Pressestimme. Internet? Gab es noch nicht so, wie wir das heute kennen.
Das war's. Charts? In Deutschland mit der DMB? Quatsch, weit entfernt ... never ever ...
Ich hatte mir damals in den diversen Meetings als zuständiger Produkt- und Marketing-Plattenfuzzi den Mund fusselig geredet, hatte sogar ein ganz vernünftiges Budget für die Band ... und die Internationals wollten nach dem US-Chart-Entry des Debuts "Under The Tabel & Dreaming" auf # 11 von uns auch eine gewisse Portion Commitment und vor allem Performance sehen. Was in den darauf folgenden Jahren, insbesondere nach "Crash" (1996 und dem Chart-Entry in den USA auf #2) nur noch härter wurde.
Das damalige Team hatte auf allen Eben der Promotion, Marketing und Vertrieb alles, aber auch wirklich alles versucht, die Band irgendwie in .de zu verankern ... leider ohne nennenswerte Erfolge ... das Commitment war immer hoch, auch MLK holte die Band, aber der deutsche Markt wollte die Band einfach nicht akzeptieren.
Ich mutierte beiläufig zum Fan dieser ungewöhnlichen Kapelle ...
Die RCA/BMG beauftragte mich dann im Jahre 2001 mit meiner damals noch recht jungen Firma networking Media noch einmal mit der Online-PR zum "Everyday"-Album ... aber der "09/11" kippte dann die Tour, die zum Album stattfinden sollte. Wieder verpuffte die gesammt geleistete Promo- und Marketing Arbeit und der zuständige PM war total gefrustet.
"Busted Stuff" (noch BMG, aber ohne Commitment mehr und - soweit ich mich erinnere - "nur über Import") und "Stand Up" (im Vertrieb der sich kurz vor der Auflösung befindlichen V2) fanden in ".de" einfach nicht statt.
Bis sich Warner, die mittlerweile ROW die Rechte bekommen konnten, das "Big Whiskey" vorgenommen haben!
Das war im Sommer 2009. Ich war mit networking Media wieder im Team ... und das neue, wirklich gute Album "Big Whiskey ..." machte nicht nur sehr viel Spaß, sondern bekam auch ausgezeichnete Kritiken.
Und heute Abend habe ich die Band "meines Vertrauens" im fast ausverkauften Hamburger CCH 1 (ca. 3.300 Cap.), in meiner Stadt, gesehen:
Und was war das für ein Konzert. Keine große Produktion. Aber musikalisch vom Feinsten. Einfach gigantisch. Das ganze Programm. Alter Titel sowie viele Songs von "Big Whiskey".
Und was für ein langer Weg: Vom "Logo" in die "Große Freiheit" (als Support von Hootie & the Blowfish), das "Docks", die "Bahrenfelder Trabrennbahn" als Support von Bob Dylan, dann das "Hurricane-Festival" ...und dann lang gar nichts .. bei heute Abend eben. 17 Jahre sind vergangen ...
Jeder anderen Band - außer der DMB - würde ich es übel nehmen, wenn sie in der letzten, der bereits zweiten Zugabe nach knapp zweieinhalb Stunden Set-List, eine grandiose "All Along The Watchtower"-Version performen, in der Weltklasse-Gitarrist Tim Reynolds auf einmal mitten im Song das legendäre Gitarrensolo Jimmy Pages' aus "Stairway To Heaven" spielt, die Band sich auf einmal komplett in DIESEM Song befindet, um dann - schwupp - wieder in "Watchtower" die Zugabe beenden. Das ist einfach Groß!
Das hinläßt wirklich ein nachhaltig gutes Gefühl. Nicht nur, weil man dabei gewesen ist. (Danke für das Ticket, Achim.) Man sieht eine wirklich klasse Band endlich auch bei uns auf der verdienten Applaus-Strasse ... und Warner werden auch bestimmt noch die ein oder andere CD verkaufen ... es muß ja nicht gleich Gold oder Platin sein, denn das würde die Zeit- und Erfolgsachse dann doch ein bissl zu sehr durcheinander bringen.
Und außerdem gibt es auf "Big Whiskey" einen Song, der nicht nur die vorgenannten Zeilen, sondern auch noch andere, mir wichtige Dinge in meinem Leben beschreibt: "Funny The Way It Is".
Kai 16/17.02.10
P.S.: ... und "Gravedigger" von Daves Solo-Album haben sie natürlich auch gespielt ...!
Nachtrag: hier die Setliste in Hamburg
Don't Drink the Water Funny The Way It Is Why I Am Squirm So Damn Lucky Lying In The Hands Of God Seven Jimi Thing Shake Me Like A Monkey Gravedigger Spaceman Burning Down The House Everyday Ants Marching
Encore: You And Me Tripping Billies All Along The Watchtower
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